Aus dem Gröbsten heraus !

Mittlerweile sind die Zwillinge groß, oder wie man landläufig sagt: Aus dem Gröbsten heraus !

Natürlich war es nicht immer leicht, natürlich gab es gute und auch schlechte Zeiten, natürlich gibt es die auch heute noch, die guten und die schlechten Zeiten; aber durch die Zwillinge konnte ich auch Vieles lernen. Vor allen Dingen habe ich gelernt, dass man Nichts erzwingen kann, dass man ganz viel Liebe und Geduld braucht und dass man jede sich einem bietende Hilfe annehmen sollte, wenn es auch nicht immer leicht fällt. 

 

Angefangen hat es schon im Krankenhaus kurz nach der Entbindung; eine Familienhelferin steht mir nach einer nicht ganz leichten, spontanen Entbindung zumindest für die ersten zwei Wochen zu, hat die Ärztin gemeint– eine Familienhelferin - ja oder nein?                                                                      

Ein fremder Mensch, der bei uns im Haushalt mitmischt, der Einblick in unser Familienleben hat, der vielleicht in manchen Dingen, z.B. auch in Erziehungsfragen, ganz anderer Ansicht ist? Heute kann ich sagen, dass die Entscheidung für eine Familienhelferin eine gute Entscheidung war und dass ich diese Entscheidung immer wieder so treffen würde. Während sich die gute Seele ausschließlich mit meinem Haushalt (einkaufen, kochen, bügeln, putzen, ….) beschäftigte, konnte ich mich um die Zwillinge und die große Schwester (2 ½ Jahre alt bei der Geburt der Zwillinge) kümmern. Ich übte den Alltag mit den Kindern ohne immer darüber nachzudenken, was alles liegen bleiben würde und wann um Gottes Willen ich mich denn auch noch darum kümmern sollte. Nach zwei Tagen war die Familienhelferin schon ein kleiner Teil unseres Alltaglebens geworden und man konnte sich 100%ig auf sie verlassen. Diese Frauen, denen mein allergrößter Respekt gilt, fügen sich nahtlos in bestehende Verhältnisse ein ohne sich einzumischen und wirken im Hintergrund ohne aufdringlich zu sein. Man muss nur im Vorfeld besprechen, wie und was man sich vorstellt, und dann funktioniert das auch, denn diese Frauen sind dafür ausgebildet – wie ihre Berufsbezeichnung schon sagt- einer Familie zu helfen. Also, liebe werdende Zwillingsmütter, bietet sich euch die Chance auf eine Familienhelferin – unbedingt zugreifen.

 

Schwiegermütter sind ja oft ein heikles Thema, aber warum sollte man selbige nicht ein- bis zweimal in der Woche den Zwillingswagen spazieren fahren lassen. Diese Stunde oder sind es vielleicht auch einmal zwei Stunden kann man so gut nutzen: Eine kleine Auszeit für sich selbst, oder auch um sich ganz den größeren Geschwisterkindern zu widmen, ohne dass wieder irgendeiner vor Hunger schreit, Bäuerchen machen muss, eine frische Windel braucht, … . Also Zähne zusammenbeißen und auch diese Hilfe unbedingt annehmen.

 

14 Monate haben unsere Zwillinge nicht durchgeschlafen, erst hat der eine 2-3 Stunden Terror gemacht, dann der andere 1 ½ bis 2 Stunden; wir haben alles versucht: Im Guten mit Herausnehmen und Beruhigen, und später auch nach dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ (da braucht man dann doch schon starke Nerven um das durchzuziehen); wir habe es mit einem Bettchen versucht, aber wir haben sie auch in getrennten Betten, ja später sogar in getrennten Zimmern zum Einschlafen gebracht: Nichts aber auch gar nichts hat geholfen; vielleicht hätten wir damals nur ein bisschen mehr Geduld gebraucht und nicht ganz so schnell durchschlafende Kinder erwartet; vielleicht hätten wir dann nicht 14 Monate warten müssen bis beide wie durch ein Wunder innerhalb von einer Woche fast ganz durchgeschlafen haben; kein Terror mehr in der Nacht, sondern friedlich schlummernde Zwillinge fast 10 Stunden lang, jede Nacht.

 

Viele Beispiele lassen sich im Nachhinein -für dieses bisschen Geduld mehr und nichts erzwingen können- im Leben unserer Zwillinge finden; auch wenn wir versuchen immer Alles richtig zu machen, wird doch das eine oder andere auch einmal schief gehen. Wir alle bemühen uns immer um das Beste für unsere Kleinen, egal ob ein Kind, Zwillinge, Drillinge … . Natürlich können wir nicht immer alles richtig machen, aber mit Liebe und Geduld sollte es uns doch gelingen aus den lieben Kleinen, später liebe Große zu machen und ein kleinem bisschen Hilfe ist uns allen bei diesem großen Vorhaben sicherlich erlaubt.

 

 

Wir versuchen jeden Monat eine neue Alltagsgeschichte online zu stellen und würden uns freuen wenn auch Du uns eine Geschichte zur Verfügung stellen könntest. Du kannst uns über info@doppeltes-lottchen.de jederzeit kontaktieren.