Kleine Kinder – kleine Sorgen ! große Kinder – große Sorgen !

Was habe ich früher oft gedacht: Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden, oder ?

Nach schlaflosen Nächten

Nach massenweise, zubereiteten Fläschchen oder gewechselten Windeln,

Nach gegenseitigen Beißattacken der Kleinen

Nach Infekten und den daraus resultierenden Kinderarztbesuchen mehrmals wöchentlich,

Nach unzähligen Stürzen, Pflastern, Verbänden und riesengroßen Krokodilstränen

Nach gefühlten zwanzig Waschmaschinenladungen pro Tag

Nach ……….

 

Ich glaube, jeder der Zwei auf einmal großzieht, kann nachvollziehen,  wovon hier die Rede ist. Auch lassen sich bestimmt noch Unmengen anderer Beispiele finden, die das Leben mit ganz kleinen bzw. kleineren Zwillingen beschreiben.

Jetzt nachdem meine Zwillinge zu pubertierenden Jugendlichen herangewachsen sind, kann ich euch verraten, es wird keineswegs schlimmer, aber richtig besser wird es auch nicht. Es wird nur einfach anders. Neue Herausforderungen kommen auf einen zu, die es zu bewältigen gibt; diese stehen den schlaflosen Nächten allerdings in Nichts nach. Aber wir wären nicht Zwillingsmütter, wenn wir das nicht auch schaffen würden. Nicht unterkriegen lassen ! Wichtig ist meines Erachtens nur, dass der Glaube an sich selbst und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht verloren geht.

Ein kleines Beispiel: Endlich kommt die Kindergartenzeit ! Als Mutter schöpft man Hoffnung: Vielleicht wieder ein bisschen mehr Zeit für sich selbst. Mal einen ausgiebigen Besuch beim Frisör, mal wieder regelmäßig mit anderen Menschen treffen und sich mal wieder etwas gönnen, …..

 

Ja, das sollten wir uns alle einfach mal gönnen, schließlich haben wir die Aufgaben des Elterndaseins bis hierher schon mit Bravour gemeistert; doch dann kommen Erzieherinnen (altmodisch: Kindergartentanten), die Sprachverzögerungen, feinmotorische bzw. grobmotorische Schwächen bei einem der beiden Zwillinge im direkten Vergleich feststellen; die daraufhin zum Kinderturnen, Kinderschwimmen, Logopäden, Ergotherapeuten und, und, und raten; und schon ist unser Tag wieder voll mit Terminen, Terminen, Terminen. Denn obwohl wir glauben unsere Kinder zu kennen und sicher sind, dass all die aufgedeckten Schwächen, vermutlich in einem Jahr von alleine behoben sind, nagt in uns der Zweifel. Schließlich hat man an sich selbst als Mutter einen Anspruch: Wir müssen alles richtig machen, immer zum Wohl des Kindes. Keinen der beiden Zwillinge darf ich vernachlässigen und zu wenig fördern, wenn es denn notwendig ist.

 

In vielen Fällen liegen Erzieher ja vermutlich auch nicht ganz verkehrt, aber vielleicht sollten wir den Kleinen auch einfach ein bisschen Zeit geben, sich in unserer Wettbewerbsgesellschaft, die –wie ich glaube- bereits im Kindergartenalter beginnt, zurechtzufinden. Dem einen von beiden gelingt das vielleicht auf Anhieb, dem anderen vielleicht auch erst wesentlich später. Jeder ist ein Individuum mit dessen Stärken und Schwächen wir Mütter uns bestens auskennen.

 

Ein gut gemeinter Rat ist sicher auf sein eigenes Gefühl diesbezüglich zu vertrauen, und sich auf alle Fälle auch ab und zu eine kleine Auszeit zu gönnen, damit man frohgemut und voller Tatendrang und natürlich auch wieder objektiv an die neuen Aufgaben bei der Erziehung von Zwillingen herangehen kann. Denn wir Zwillingsmütter sind im Vergleich mit Müttern eines einzelnen Kindes auch doppelt gefordert. Aber auch das werden wir schaffen, weil wir uns den neuen Herausforderungen stellen, auch wenn sie doppelt auf uns zu rollen, wie später der doppelte Schulalltag für uns Mütter, die doppelte Pubertät, …..

 

Also „Kleine Kinder-kleine Sorgen, große Kinder-große Sorgen“ macht uns keine Sorgen, denn wir lassen uns nicht unterkriegen.