Jeden nehmen, wie er ist !

Auch wenn es Zwillinge sind, die auf die Welt gekommen sind, jetzt an deiner Seite aufwachsen und zu vernünftigen, intelligenten Menschen erzogen werden müssen, musst du als Elternteil lernen, dass es zwei völlig eigenständige Menschlein sind, die da geboren wurden und die jeder für sich seinen eigenen Lebensweg gehen werden. Natürlich mit deiner Unterstützung.

Das ist nicht immer leicht für uns Mütter oder Väter – eine weitere Herausforderung, die das Leben uns -quasi im Doppelpack- beschert; als Mutter oder Vater eines einzelnen Kindes wirst du nie in die Verlegenheit kommen zu vergleichen. Bei zwei Kindern innerhalb weniger Minuten ist die Wahrscheinlichkeit umso höher, dass du vergleichst.

 

Auch wenn du dir immer wieder sagst, dass du die beiden –nur 10 Minuten auseinanderliegenden- Zwillinge nicht miteinander vergleichen möchtest,  dass du jeden so nimmst, wie er eben ist, mit seinem Stärken, aber auch mit seinen Schwächen, wirst du dich häufiger selbst erwischen, dass du sie eben doch vergleichst. Nicht böse gemeint, aber leider Realität.

Nehmen wir zum Beispiel das Krabbeln: Der eine ist schneller, der andere langsamer - so ist es. Vielleicht ist es für uns als Zwillingseltern auch einfacher, wenn wir erst nur einem der beiden hinterherhechten müssen, wenn er seine Umgebung entdecken will. Also nehmen wir es hin, so wie es ist, und versuchen keine Vergleiche anzustellen, warum das so ist und ob denn der Langsamere sich auch wirklich richtig entwickelt und alles gesundheitlich stimmt. Wir geben nichts auf irgendwelche blöden Sprüche in der Krabbelstube, wenn andere Vergleiche, denn wir sind stark und wissen Bescheid. Zwillinge sind zwei völlig unterschiedliche, eigenständige Persönlichkeiten und müssen bei weitem nicht alles gleichzeitig tun. Ist der eine beim Krabbeln, Laufen lernen und in noch manch anderen von diesen grobmotorischen Dingen ein bisschen hinterher, hat er bestimmt andere Stärken, auch wenn diese für Außenstehende nicht sofort sichtbar sein können. 

  

Ein gutes Beispiel hierfür sind meine eigenen Zwillinge. Ist der Erstgeborenen ein schulisches Genie, zweimal die Vokabeln durchgelesen und 85% sitzen, muss der Zweitgeborenen sich jede Vokabel hart erarbeiten. Auch das Fahrradfahren, Inlinern, Eislaufen, …. fliegt ersterem förmlich zu, während der Zweitgeborene auch hier schmerzhaftere Erfahrungen, viel Fleiß und Übung investieren musste, bis der Erfolg einsetzte. ABER und jetzt kommt das große aber, in sozialem Miteinander, Mut und Durchhaltevermögen ist der Zweitgeborenen dem Zwillingsbruder um Längen voraus; natürlich zählt dies in unserer heutigen Gesellschaft, die von Leistung und schnellem Erfolg geprägt ist, nicht so viel auf den erste, aber auf den zweiten Blick. Ich weis ganz genau, dass jeder der Beiden seinen Weg im Leben gehen wird – jeder auf seine Art und Weise.

 

Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen und es gilt, wie in allen anderen Lebensbereichen auch, so auch als Eltern, immer weiter an sich zu arbeiten: An sich als Mama, an sich als Papa! Aber auch die Großeltern, Verwandten, Freunde, Lehrer, …. Alle müssen lernen, dass jeder der beiden Zwillinge, auch wenn nur wenige Minuten Differenz in den Geburtsurkunden stehen, ein eigenes Menschlein, Kind, Jugendlicher, Erwachsener, …. ist und das man ihn/sie eben nehmen muss wie er /sie ist, mit all seinen Stärken und Schwächen.

 

Wir versuchen jeden Monat eine neue Alltagsgeschichte online zu stellen und würden uns freuen wenn auch Du uns eine Geschichte zur Verfügung stellen könntest. Du kannst uns über info@doppeltes-lottchen.de jederzeit kontaktieren.