Noch eine Urlaubsgeschichte, ……

Mittlerweile sind unsere Zwillinge in das Teenageralter gekommen;  mit 12 Jahren fast schon halbe Männer dazu noch eine größere Schwester, die mit 15 Jahre mitten in der Pubertät steckt, da fragt man sich doch häufiger, was man als Mutter erziehungstechnisch alles falsch machen kann.

Trotzdem hatten wir beschlossen, nach fünf Jahren Bauernhof im Bayrischen Wald, ein Urlaub im Süden am Meer ist in den nächsten Sommerferien genau das Richtige. Noch einmal alle zusammen ! Schließlich weiß man bei größeren Kindern nie, ob sie im Folgejahr noch einmal Lust auf Familienurlaub haben oder doch lieber mit Freunden unterwegs sein wollen. Die erste zu klärende Frage - Wo soll es hingehen ? – war ziemlich schnell beantwortet, denn unser Pubertier hatte beschlossen entweder Spanien oder sie begleitet uns nicht auf den geplanten Familienurlaub. Also gut Spanien, damit konnten sich alle Familienmitglieder arrangieren. Was müsste noch sein um unseren Urlaub zu einem Erlebnis zu machen, an das sich alle immer wieder gerne erinnern werden ?

  • Ein Apartment mit zwei Schlafzimmern und möglichst noch einer Ausziehcouch (zwei Schlafzimmer müssen mittlerweile sein, denn wir haben große Kinder, die nicht mehr zu dritt in einem Doppelbett schlafen können und wollen; ist ja auch verständlich)
  • Möglichst ein all inclusive Urlaub (muss schon sein bei fünf Personen, sonst gehen die Versorgungskosten im Süden, vor allem bei Getränken ja in astronomische, nicht kalkulierbare Höhen)
  • und natürlich zu einem annehmbaren Preis innerhalb eines gewissen Limits, welches vorher im Familienrat festgelegt wurde. Hier ist natürlich ein Kinderfestpreis zumindest für die Zwillinge unbedingt notwendig, denn sonst würden wir kostenmäßig nie unter unser Limit kommen
  • Flug ab Nürnberg, Frankfurt oder Stuttgart wäre wünschenswert.

Wunderbar, die Eckdaten waren also klar. Gefunden haben wir erstmal nichts, obwohl wir frühzeitig -schon Anfang Dezember- Kataloge gewälzt haben. Die Vorstellungen von unserem Urlaub gingen nach Festlegung der Eckdaten, plötzlich gewaltig auseinander: Unser Papa wollte eine kleine beschauliche Anlage, möglichst wenig Apartments, gutes Essen und Nähe zum Strand. Die Zwillinge wollten Action: Tischtennisplatten, Sportprogramm, Tennisplätze, Beach-Volleyball-Feld, Bogenschießen, Strandnähe, viele Gleichaltrige, ….. Unser Pubertier wollte Disco, WLAN Verbindung, coole Poollandschaft, …. Mir war schon alles egal, wenn nur die obigen Eckdaten zu erfüllen gewesen wären, aber selbst da gab es Schwierigkeiten. Das größte Problem war ein Apartment mit zwei Schlafzimmern zu finden, welches noch frei war. Wir haben gelernt, dass Anfang Dezember eigentlich schon sehr spät für die Buchung einer Flugreise ist und wir haben gelernt, dass wir schon viel früher, als wir unsere Zeit auf Bauernhöfen im Bayrischen Wald verbracht hatten, hätten fliegen müssen, weil da noch alle drei Kinder zum Kinderfestpreis hätten reisen können – mittlerweile hatten wir zumindest ein Kind, welches mit 15 Jahren auf alle Fälle als Erwachsener zählte.              

 

Liebe Zwillingseltern, die ihr diesen Artikel lest, versucht aus meinen Erfahrungen zu lernen, und traut euch auch mit noch kleineren Kindern, wenn es kostenmäßig geht in den Urlaub zu fahren/fliegen. Ein Flug sollte kein Hindernis sein. Natürlich hatten wir wunderschöne Jahre auf den Bauernhöfen, aber es war noch viel, viel entspannter in diesem letzten Urlaub.

Wie ihr meiner letzten Bemerkung entnehmen könnt, haben wir tatsächlich noch etwas gefunden, was alle Familienmitglieder glücklich machen konnte. Menorca auf den Balearen war das Ziel. Eine kleinere Anlage -unser Sport- und Animationsprogramm haben wir zum großen Teil selbst auf die Beine gestellt und immer wieder viele andere Urlauber in jedem Alter und unterschiedlichster Nationalität ebenfalls dafür begeistern können. Die wunderschöne Insel haben wir erkundet indem wir uns für ein paar Tage ein Mietauto geleistet haben. Wir haben viele Leute kennengelernt, unsere Englischkenntnisse enorm verbessert und obwohl wir nur auf 35 Quadratmetern für 14 Tage untergebracht waren, gab es sehr wenig Geschwisterstreit. Wer hätte das gedacht, da doch zu Hause oft unser dreistöckiges Haus nicht ausreicht um sich aus dem Weg zu gehen und Streitigkeiten zu vermeiden. 

 

Eine kleine Geschichte noch zum Abschluss. Wir haben eine englische Familie kennengelernt – die Konstellation war genauso wie bei uns: Große Schwester und dann mit zweieinhalb Jahren Abstand nochmal Zwillingsjungen; allerdings waren alle Kinder ca. 8 Jahre jünger als unsere. Die Eltern hatten klar etwas weniger Entspannung als wir, denn die Zwillinge konnten noch nicht richtig schwimmen, also Schwimmflügel an, Schwimmflügel aus, …. Trotzdem haben mir beide Eltern versichert, dass es alles in allem ein super Urlaub war und dass sie auch im nächsten Jahr wieder versuchen werden in den Süden zu fliegen, weil es so herrlich entspannend war, für sie und auch für die Kinder. Selbst wenn im Essensaal manchmal der Reis quer über den Tisch geworfen wurde oder ein Glas gekippt ist, die Lautstärke angeschwollen ist oder man ein vertrauter: „NEIN, NEIN, NEIN !“ gehört hat, es gab niemanden von den übrigen Gästen, der sich darüber beschwert hat Ich glaube, wir anderen Gäste konnten uns gut mit der Situation identifizieren und hatten doch früher als unsere Kinder noch kleiner waren genau die gleichen Dramen. Froh waren wir jetzt, dass es bei uns am Tisch einigermaßen gesittet zuging. Die Engländer haben sich getraut, obwohl es nicht leicht gefallen ist –wie mir die Mutter immer wieder versichert hatte- mit kleineren Kindern eine Flugreise in den Süden zu unternehmen und sie werden sich wieder trauen im nächsten Jahr. Alles wird von Jahr zu Jahr besser, vielleicht kommt Neues, Anderes dazu, aber über die Reisschlacht am Abendessentisch können sie im nächsten Jahr schon herzhaft lachen.