Rückblick in die Vergangenheit

Lob und Dank an die Kinderklinik am Mönchberg (heute Missionsärztliche Klinik, Gynäkologie & Geburtshilfe)

 

Wie sich sicherlich jeder vorstellen kann, ist das Leben und der Alltag mit zwei kleinen Rackern alles andere als langweilig. Meine Zwillinge Lisa und Lucas sind jetzt, während ich das schreibe, fast 1½ Jahre alt, gesund und munter, fit und v.a. sehr frech …. .

Leider war das nicht immer so, es war ein nicht allzu rosiger Start ins Leben, doch Dank der hervorragenden Betreuung in der damaligen Kinderklinik am Mönchberg entwickelte sich alles zum Besten und wir können heute unser „Doppeltes Glück“ in vollen Zügen genießen ………

 

Die Nachricht, dass in meinem Bauch nicht nur ein kleines Herzchen schlägt, sondern gleich zwei war natürlich für mich eine Riesenfreude – zum Entsetzen vieler anderer Leute. Auch für meinen Mann war es anfangs eine Überraschung, er hat sich allerdings nach zwei Schnäpschen schnell wieder von dem „Schock“ erholt und sehr gefreut. Eigentlich war es eine gute Schwangerschaft bis auf große Übelkeit und Erbrechen in den ersten Wochen mit einem kurzen Klinikaufenthalt. In den Wochen und Monaten wuchs mein Bauch zu einer Riesenkugel heran und ab der 25. Schwangerschaftswoche konnte ich eigentlich nicht mehr viel erledigen, kaum schlafen und merkte, wie es ziemlich „rund ging“ in meinem Bauch (bei vier Händen, vier Füßen, …. Eigentlich kein Wunder).

 

Wie sehr oft bei Mehrlings-Schwangerschaften ist die Gefahr einer Frühgeburt aufgrund des „Platzmangels“ sehr groß und als Mitte der 29. Schwangerschaftswoche eine Fruchtblase platzte, ging alles noch viel schneller als geplant. Als feststand, dass die Fruchtblase meines Sohnes geplatzt ist und der junge Mann sich schon frühzeitig auf den Weg nach draußen machen wollte, war strickte Bettruhe angeordnet und man versuchte, das Ganze noch so lange wie möglich hinauszuziehen, denn jeder Tag zählte. Nachdem die Wehen aber doch zu stark wurden, beschloss man am nächsten Tag die beiden Kinder per Notkaiserschnitt zu holen, was natürlich viel zu früh war und mir auch wahnsinnig Sorgen machte. In meinem OP war ein großes Aufgebot, ca. 20 Menschen um ich herum (Frauenärzte, OP-Schwestern, Anästhesisten, Hebammen, Kinderärzte), so dass ich die Prozedur nur noch überstehen wollte. Nach der Entbindung ging alles wahnsinnig schnell, meine Zwillinge kamen sofort nach der Erstversorgung  mit dem Baby-Notfallambulanzwagen in die Kinderklinik am Mönchberg (damals gab es noch eine getrennte Kinderklinik ca. 100m Luftlinie, in welcher die Frühchen versorgt wurden). Mir selbst ging es anschließend nicht besonders gut – daher konnte ich erst vier Tage später -während dieser 4 Tage hat mich mein behandelnder Gynäkologe wieder aufgepäppelt- aufstehen und meine Kinder sehen und in die Arme nehmen. Ein unvergesslicher Augenblick !

 

Auf der Frühgeborenen Station wurden die Zwillinge vom ersten Tag an medizinisch hervorragend und sehr, sehr liebevoll betreut und versorgt. Anfangs sah es manchmal nicht so rosig aus, die zwei kamen ja auch über 10 Wochen zu früh zur Welt. Lisa wog 1560 Gramm, Lucas wog 1840 Gramm. Das war allerdings für die 29. Schwangerschaftswoche ein sehr gutes Gewicht. Die beiden wurden beatmet, per Magensonde ernährt, an Monitoren überwacht und ständig kontrolliert. Nicht immer ein leichter Anblick. Mein Mann und ich durften sie immer besuchen und bei ihnen sein; sie aus dem Inkubator nehmen, sie wickeln, füttern und mit ihnen schmusen. Auch half man uns nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch alle Ärzte und Schwestern waren immer für uns und unsere Sorgen da. Sie erklärten uns alles ganz genau und hatten immer nette, aufmunternde Worte für uns übrig. Nach einigen Wochen konnten unsere beiden Schätzchen auch schon in ein Wärmebettchen umziehen (natürlich immer gemeinsam, wie gehabt) und alles verlief prächtig. Die beiden nahmen zu, wuchsen heran und lernten nach und nach alles, was man zum Leben braucht: Atmen, trinken und lachen ! Nach ungefähr 10 Wochen (die Zeit, die sie auch zu früh waren) konnten sie gesund und munter entlassen werden.

 

Es ist einmalig, was auf dieser Intensiv-Kinderstation geleistet wurde – ohne die Hilfe von allen Schwestern und Ärzten dort würden mich wahrscheinlich jetzt -1 ½ Jahre später- nicht jeden Morgen zwei süße, freche Monsterchen mit leuchtenden Augen anlachen und lautstark „Mama-Mama“ rufen !

 

Dafür möchte ich mich noch heute ganz herzlich bei dem Personal auf der damaligen Station Panther bedanken, v.a. auch bei Dr. Brockmeyer für seine aufbauenden Worte. Jeden Tag sollte man dankbar sein und sich über das „doppelte Glück“ freuen.

 

Geschrieben von einer Zwillingsmutter im Jahre 2003

In der Novembergeschichte können die treuen Leser erfahren, wie es Lisa und Lucas und ihren eltern heute mit 13 Jahren geht.